Paul Arizin – Wie die Tanzfläche eine Legende schuf (Teil 1)

Das Schwarz-Weiß-Bild eines Basketballers vor verschwommenem Hintergrund

Wie heißt es so schön? Not macht erfinderisch – und im Falle von Paul Arizin auch noch äußerst erfolgreich! Von 1950 bis 1962 spielte der Small Forward mit Legendenstatus für die damaligen Philadelphia Warriors und prägte mit seiner außergewöhnlichen Spielweise maßgeblich die Weiterentwicklung des Basketballsports.

Die meisten aufstrebenden Talente haben Coaches, die ihre Begabung erkennen und früh damit beginnen, sie zu fördern. Man denke beispielsweise nur an Dirk Nowitzki und seinen langjährigen Coach und Mentor Holger Geschwindner. Manch einem späteren Basketballstar war dieses Glück jedoch nicht vergönnt – so auch Paul Arizin.

An der High School brachte seiner Trainer den jungen Arizin bei den Spielen kaum zum Einsatz. Schließlich wurde der spätere NBA-Star von ihm sogar aus dem Team geworfen. Statt sich von diesem Rückschlag jedoch aus der Bahn werfen zu lassen, übte sich der Nachwuchs-Small-Forward nur noch verbissener in seinem auserkorenen Sport.

Er schloss sich diversen kirchlichen und freien Ligen an. Zeitweise spielte er sogar für mehrere Teams gleichzeitig und hatte manchmal sogar zwei Wettkämpfe am selben Tag. „Ich habe das einfach gemacht, weil ich es geliebt habe, zu spielen“, erinnerte sich Arizin später gegenüber dem Christian Science Monitor an diesen Lebensabschnitt zurück. In dieser Zeit sah der aufstrebende Athlet wohl jeden Basketballplatz in seiner Heimatstadt Philadelphia. „Basketballplatz“ ist hierbei jedoch nicht immer ganz die richtige Bezeichnung, denn diese waren zur damaligen Zeit noch rar gesät.

Von der Tanzfläche zum Legendenstatus

Statt auf dem Hartholzboden, der für die heutigen Jungtalente zum Standard geworden ist, an seinen Skills zu feilen, musste Arizin mit allem Vorlieb nehmen, was ihm geboten wurde. So dribbelte der Forward beispielsweise auch des Öfteren in Tanzhallen – ein Glücksfall, wie sich später herausstellen sollte, denn auf diese Weise entwickelte er den für ihn später typischen Jump Shot.

 „Eigentlich kam das mehr durch Zufall“, erklärte Arizin später. „Einige unserer Spiele wurden auf Tanzflächen ausgetragen. Das wurde natürlich ziemlich rutschig. Wenn ich versuchte, mich zum Sprung aufzustellen, gingen meine Füße unter mir weg, also sprang ich. Ich war schon immer ein guter Springer. Meine Füße waren nicht auf dem Boden, sodass ich mir keine Sorgen machen musste, auszurutschen. Je mehr ich das tat, desto besser wurde ich. Ehe ich mich versah, waren praktisch alle meine Würfe Jump Shots.“ An der Universität machte ihn sein Scoring Talent zur Legende, weshalb ihn die Philadelphia Warriors im Draft von 1950 auch prompt in den eigenen Reihen aufnahmen. Wie Arizin in der „besten Liga der Welt“ sein Spiel dann noch einmal auf ein neues Level hob, erfahrt ihr im zweiten Teil dieses Beitrags.

Foto: Public Domain

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